Rauchen in der Schwangerschaft

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Es ist kein Geheimnis, wie gefährlich Rauchen ist und wie sehr es dem Körper schadet. Noch gefährlicher ist es allerdings für ungeborene Kinder, und genau das ist es, was Rauchen in der Schwangerschaft so unverantwortlich und gefährlich macht. Obwohl das Risiko für Mutter und Kind bekannt ist, raucht dennoch durchschnittlich etwa jede dritte Schwangere. Laut einer Studie hören fast 40 Prozent der Raucherinnen nicht mit dem Rauchen auf, auch wenn sie ein Kind erwarten. Schwanger rauchen – das ist für sie nicht unbedingt ein Problem. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Körper des ungeborenen Kindes ist mit dem ihren verbunden, und anstelle der wichtigen Nährstoffe nimmt es so auch die gefährlichen Nervengifte aus jeder Zigarette auf.

Das Kind ist diesen Stoffen schutzlos ausgeliefert. Die Folgen sind verheerend:

  • Erhöhtes Risiko auf Plötzlichen Kindstod, Tot- oder Fehlgeburten. 60 Prozent aller Fälle ließen sich verhindern, wenn Mütter nicht während der Schwangerschaft rauchen würden.
  • Geringeres Gewicht und damit geringere Überlebenschancen des Kindes bei der Geburt. Sollte das Kind die Geburt überleben, kann es also trotzdem wegen seines niedrigen Körpergewichtes noch lange Zeit in Lebensgefahr schweben.
  • Aufgrund des durch Tabakkonsum verursachten Sauerstoffmangels kann es zu schweren Gehirnschädigungen kommen. Das steigert wiederum das Risiko auf geistige oder körperliche Behinderungen.
  • Mögliche Folgen sind auch Sprach- und Verhaltensstörungen wie beispielsweise Hyperaktivität, sowie Atemwegsinfektionen und Asthma.

Man sollte also mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufhören; nicht nur sich selbst zuliebe, sondern auch dem Kind. Denn die negativen Auswirkungen, die Zigaretten auf erwachsene Menschen haben, sind noch weit weniger schlimm als die Auswirkung auf ungeborene Kinder.

Hilfsprogramme für schwangere Raucherinnen

Natürlich fällt es vielen Müttern schwer, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sie es schon so lange tun. Immerhin ist Nikotin von der Stärke der abhängig machenden Wirkung her vergleichbar mit harten Drogen wie Kokain oder Heroin. Doch man kann davon loskommen, und eine Schwangerschaft ist doch die schönste Motivation, genau das zu tun. Glücklicherweise gibt es Hilfsmittel, um sich das Rauchen abzugewöhnen.

In einigen Krankenhäusern wie zum Beispiel der Berliner Charité werden Gesprächsgruppen angeboten, die werdenden Müttern dabei helfen sollen, dass sie mit dem Rauchen aufhören in der Schwangerschaft. Dass dabei auch gezielt die Partner der Betroffenen mit angesprochen werden, hat ebenfalls seine Berechtigung: Raucherinnen, die sich darüber im Klaren sind, dass sie nicht schwanger rauchen dürfen, werden oftmals durch eine rauchende Bezugsperson – eben meistens den Partner – von beiden unbeabsichtigt wieder in Versuchung geführt. Das gilt es zu verhindern: Rauchen SchwangerschaftSchwangerschaft und Rauchen sind eine unverantwortliche Kombination. Deshalb gilt für beide: sie müssen mit dem Rauchen aufhören – Schwangerschaft geht vor. Denn auch das Passivrauchen während der Schwangerschaft kann das ungeborene Leben schädigen.

Von Zeit zu Zeit hört man noch, dass man auf keinen Fall mit dem Rauchen aufhören solle, weil das für das Kind einem Entzug gleichkäme. Tatsächlich war das bis vor einigen Jahren eine unter Fachärzten akzeptierte Ansicht, die oft an Schwangere weitergegeben wurde. Mittlerweile konnte jedoch bewiesen werden, dass das nicht stimmt. Im Gegenteil, jede Zigarette ist eine Zigarette zu viel für das Kind. Schwanger und Rauchen – das geht überhaupt nicht. Ebenso schädlich ist das Rauchen in der Stillzeit, denn die Schadstoffe aus jeder Zigarette gehen auch in die Muttermilch über. Abgesehen davon produzieren Raucherinnen auch weniger Muttermilch, abhängig von der Menge an Zigaretten, die sie rauchen.

Überlegen Sie also gut, ob Sie es durchhalten können, über zehn Monate nicht zu rauchen. Schwangerschaft bedeutet Verantwortung; und Rauchen ist immer ein Gesundheitsrisiko.

Elektrische Zigarette

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Ein Kommentar zu “Rauchen in der Schwangerschaft”

  1. Johanna sagt:

    Dass das Rauchen dem Körper schadet ist offensichtlich. Ich kann verstehen, dass es schwierig ist, sich das Rauchen abzugewöhnen. Ich verstehe aber nicht, wenn die Frauen sich dafür entscheiden, weiter zu rauchen, wenn sie schwanger sind. Wenn sie den eigenen Körper vergiften, ist ihre Sache. Aber wenn sie durch das Rauchen das Leben ihrer ungeborenen Kinder gefährden, ist kaum zu fassen. Ich denke, dass es so ist, weil nicht allen Frauen bewusst ist, welche Gefahren das Rauchen für ihre ungeborenen Kinder mit sich bringt. Deswegen wird es nie zu viel, von diesem Problem zu reden.

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