Rauchen aufhören: Entzugserscheinungen

entzugserscheinungen

Wer schon mal versucht hat mit dem Rauchen aufzuhören, kennt die schwierigen, oft kaum zu bewältigenden Begleitumstände: körperliche und seelische Anspannung, Nervosität, Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme sind nur einige Aspekte des Entzugs vom Nikotin. Vor besondere Herausforderungen stellen den angehenden Nichtraucher all jene Situationen und Momente des Alltags, die bisher zumeist von der Zigarette begleitet wurden und die zu ändern so unendlich schwer fallen mag. Je nach Dauer und Häufigkeit des bisherigen Zigarettenkonsums fallen dann die Entzugserscheinungen entsprechend heftig aus, die Betroffenen leiden so sehr, dass sie schließlich wieder zur Zigarette greifen und sich nicht selten für diesen Rückfall schämen.

Nikotinentzug ist kein Kinderspiel, er sollte mit aller Kraft und Konzentration durchgeführt werden. Eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Nikotinersatzpräparaten hat sich in vielen Studien als der beste Weg erwiesen. Die üblichen Gewohnheiten werden durchbrochen, der körperliche Entzug abgemildert. Trotzdem bleibt der Weg zum Nichtraucher schwierig und verlangt Disziplin, Ausdauer und nicht zuletzt die Bereitschaft, das eigene Leben in mancher Hinsicht gründlich ändern zu wollen.

Psychische Belastungen beim Entzug

Craving

So gut wie jedem Raucher ist das in der Fachsprache als „craving“ bezeichnete starke Verlangen nach der Zigarette bekannt. Dieser Drang kann alles überlagern, die Betroffenen verhalten sich dabei nicht selten wie echte Junkies. Und das ist gar nicht mal so falsch, verlangt doch der mit Nikotin verseuchte Körper stets nach neuen Dosen.

Besonders deutlich wird das „craving“ im Bezug auf typische Situationen, die für den Raucher seinen Alltag strukturieren: Die Zigarette zum morgendlichen Kaffee, nach dem Essen, in der Mittagspause, zum Fernsehabend, in der Disco, nach dem Sex und so weiter und so fort! Wer mit dem Rauchen aufhört, steht plötzlich vor einem gänzlich anders strukturierten Alltag. Dies zu bewältigen, fällt sehr vielen Menschen ungeheuer schwer und lässt die meisten beim Versuch eines Entzuges schließlich auch scheitern.

Deshalb gilt: Alle Gegenstände, die ans Rauchen erinnern, aus dem Blickfeld entfernen, die Gewohnheiten bewusst ändern. Statt Kaffee lieber Tee trinken (dazu schmeckt eine Kippe überhaupt nicht!), öfters Obst essen und bei besonders starkem Verlangen an die frische Luft gehen, durchatmen und sich immer wieder vor Augen halten, dass ein Entzug nur Vorteile bringt.

Tipps um durchzuhalten

Situationen, die nach einer Kippe verlangen, sind wenn möglich zu meiden, der Gang in die Disco oder in die Stammkneipe verbietet sich in der ersten Zeit der Raucherentwöhnung. Typisch sind zudem die erhöhte Reizbarkeit, immer wiederkehrende Frustrationen und als besonders intensiv empfundener Stress. In dieser Hinsicht können gerade das Umfeld, die Familie und die Freunde wertvolle Hilfe leisten. Sie helfen dem angehenden Nichtraucher bei der Planung des Tages und sorgen in kritischen Momenten für Ablenkung.

Freilich ist ein Entzug oft für das Umfeld sehr schwer, Aggressionen sorgen nicht selten für ein angespanntes Klima – die ideale Konstellation, um wieder zum Glimmstengel zu greifen. Entspannung und vor allem Verständnis für die erhöhte Reizbarkeit mildern die Umstände, der Entziehende fühlt sich unterstützt und kann befreiter mit der Entwöhnung umgehen.

Wen besonders die Aggressionen beunruhigen, kann sich gerne durch Sport abreagieren. Das ist gesund und beschleunigt die Entgiftung des Körpers. Auch Atemübungen oder Yoga bieten sich an, in kritischen Situationen können entspannende Praktiken für eine schnelle Entlastung sorgen.

Gegen Stress helfen kleine Mittelchen aus der Natur, etwa Baldriantropfen oder Johanniskraut. Ein warmes Vollbad, mit Musik, Kerzen und wohltuenden, ätherischen Ölen beruhigt die überspannte Seele des künftigen Nichtrauchers. Auch empfehlen sich spezielle Entspannungsübungen, die am Arbeitsplatz wie Zuhause den Entzug unterstützen.

Körperliche Herausforderungen

Müdigkeit

Neben den geschilderten psychischen Symptomen, die natürlich ihren Ursprung in den biochemischen Prozessen des Organismus haben, sind es zugleich ganz konkret körperliche Beschwerden, die den angehenden Nichtraucher plagen. Vor allem die Müdigkeit ist belastend, brachte doch die Zigarette bisher stets den gewünschten Kick und die Energie für den stressigen Alltag.

Darüber hinaus benötigt der Körper während des Entzugs schlichtweg mehr Schlaf, eine Tatsache, die absolut nachvollziehbar ist. Wer sich müde und schlapp fühlt, geht am besten an die frische Luft und atmet tief durch, das vertreibt zuverlässig die Müdigkeit. Auch sind Wechselduschen empfehlenswert, sie sorgen für eine bessere Durchblutung und erfrischen den Leib ganz besonders.

Mehr Appetit und schnellere Gewichtszunahme

Ein echtes Problem und nicht ganz so einfach zu bewältigen ist der zunehmende Appetit. Fast alle frisch gebackenen Nichtraucher klagen über eine Zunahme und nicht wenige greifen gerade deshalb aufs Neue zur Zigarette. Zugegeben, Rauchen zügelt bekanntermaßen den Appetit, es führt zu einer schnelleren Verbrennung von Kalorien – und gerade dieser Prozess verlangsamt sich beim Nichtraucher ungemein.

Verzweifeln gilt freilich nicht, der bewußte Umgang mit dem Problem schafft auch an dieser Stelle Abhilfe: Gesunde, bewußte und ausgewogene Ernährung minimiert diesen Effekt und unterstützt den Organismus zudem bei der Umstellung und Entgiftung. Wer sich trotzdem viel von Fett oder Zucker ernährt, sollte für eine ausreichende Verbrennung durch Sport sorgen, das verspricht Ausgleich und eine schlanke Linie.

Schlafstörungen, ebenfalls kein seltenes Übel während des Entzugs, lassen sich durch Entspannungsübungen oder natürliche Schlafmittel wie Lavendelöl oder Baldrian bekämpfen. Allerdings nehmen die Schlafstörungen schon nach einigen Wochen schnell wieder ab, der Körper braucht weniger Erholung und ist zugleich viel entspannter. Einschlafen fällt bald wieder leicht, vorausgesetzt der Entzug wird erfolgreich durchgehalten.

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