Propylenglycol: Ist 1,2-Propandiol wirklich ungefährlich?

Propylenglycol

Elektronische Zigaretten sind en vogue: Sie gelten als weit weniger gefährlich, sind praktisch überall einsetzbar und im Unterhalt nicht sonderlich teuer. Allerdings gibt es immer wieder Gerüchte und Vermutungen, das in den meisten Nachfüllflüssigkeiten enthaltene Propyglenycol (PG), auch als 1,2-Propandiol bezeichnet, sei bei dauerhaftem Gebrauch gesundheitsschädigend. Wirklich nachweisbar ist das freilich nicht. Diese farb- und beinahe geruchslose Flüssigkeit schmeckt leicht süßlich und wird als Lösungsmittel in Hautcremes, Zahnpasta oder Deodorants eingesetzt. Auch als Weichmacher und als Feuchthaltemittel ist PG im Einsatz.

Gleiches gilt für die meisten Tabaksorten, wie seit einigen Jahren bekannt ist. Trotzdem, angesichts des Einsatzes in der E-Zigarette und einer damit einhergehenden, ständigen Inhalation sollte der Stoff schon etwas näher untersucht werden. Die Frage lautet deshalb: Was ist PG und welche Auswirkungen hat es auf die Gesundheit?

Der Stoff 1,2-Propandiol

Das Prinzip einer E-Zigarette ist denkbar einfach. Mittels eines Verdampfers wird eine Flüssigkeit „in Dampf aufgelöst“, den der Raucher bzw. Dampfer aufnimmt. Zum Vergleich: Beim Abbrennen einer Tabakzigarette entstehen tausende, zum Teil erheblich gefährliche Stoffe wie Blausäure oder Schwefeldioxid.

Das Liquid einer E-Zigarette besteht aus Wasser, Glycerin, Aromen und eben PG, das als eine Art Trägerflüssigkeit fungiert. Als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen, findet es sich wie erwähnt in allerlei Produkten des täglichen Bedarfs. Die Liquids oder Juices sind können Nikotin enthalten und sind in Depots zum sofortigen Gebrauch wie auch als Flüssigkeit zum Einträufeln erhältlich.

Studien über die Wirkung von Propyglenycol

Forscher der Universität Louisville setzten Ratten und Hunde für 28 Tage relativ hohen Dosen von PG aus. Bei den anschließenden Auswertungen wurde vor allem der Einfluss auf das Atemsystem der Tiere untersucht. Im Allgemeinen ergaben die Tests ein relativ niedriges toxisches Niveau, bei den Hunden zeigten sich keinerlei Krankheitsanzeichen an Kehlkopf, Luftröhre und Lunge. Zwar bemerkten die Forscher eine Abnahme von roten Blutkörperchen, die jedoch als klinisch unbedeutend eingestuft werden kann. Negative Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand wurden nicht nachgewiesen. Deshalb scheint nach Ansicht der Forscher der Einsatz von PG als Aerosol ohne weiteres möglich.

Schlussfolgerungen

Freilich, ein Test über ein paar Wochen gibt keine Gewissheit über eventuelle Langzeitfolgen. Jedoch richteten selbst höchste 1,2-Propandiol Dosen keinen messbaren Schaden bei den betroffenen Probanden an. Davon sollten zudem die zahlreichen Passivraucher profitieren, 1,2-Propandioldie von dem ausgestoßenen Dampf kaum etwas bemerken dürften. So erlaubt dann beispielsweise die Fluggesellschaft Ryanair seit einigen Jahren den Betrieb der elektronischen Zigarette an Bord. Obwohl die Rechtslage in vielen Ländern unklar ist, greifen immer mehr Raucher zur Alternative – und sie tun damit offenbar genau das Richtige.

Gegenüber dem klassischen Glimmstengel ist die E-Variante ungleich weniger schädlich. Darauf weisen Mediziner immer wieder hin und die besprochenen Tests scheinen dies zu bestätigen. Es sind schlichtweg viel weniger Krebs erregende Stoffe im Umlauf. Der Gehalt von Nitrosaminen, der durch die Herkunft des Nikotins zu erklären ist, ist sehr sehr sehr viel geringer als beim Rauchen einer Tabakzigarette. Da das PG sowieso in jeder klassischen Zigarette enthalten ist und sich seit vielen Jahren in vielen Produkten des Alltags als ungefährlich bewährt hat, dürfte auch der Effekt Stoffes in einer E-Zigarette zu vernachlässigen sein. Erwähnt sollte aber auch werden, dass nur eine geringe Konzentration an 1,2-Propandiol im Rauchtabak enthalten ist, wohingegen gängige Liquids zu bis zu 75% aus dem Stoff bestehen. Was brauchen wir also? Mehr seriöse Studien von wirklich unabhängigen Instituten. Was brauchen wir nicht? Eine Hetzjagd von Politikern und “gesponserten” Experten.

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5 Kommentare zu “Propylenglycol: Ist 1,2-Propandiol wirklich ungefährlich?”

  1. Giesela Maut sagt:

    Hallo,
    Wenn PG in den meisten Tabaksorten enthalten ist, wird es damit auch ständig aufgenommen. Gibt es dort keine Studie oder mussten die Zigarettenhersteller nichts nachweisen? Auch in Zahnpasta. Schleimhäute übertragen am ehesten alle Giftstoffe. Ich putze mir ständig die Zähne … nehme also PG so auch immer auf!
    Giesela Maut

  2. T. Gruft sagt:

    Auch wenn ich es bedauere. Leider ist die Information bezüglich Ryanair nicht korrekt. Bei der Fluggesellschaft sind seit 2009 Nikotin-Inhalator erlaubt, die auch an Bord verkauft und genutzt werden dürfen. E-Zigaretten kann man dort zwar auch kaufen, dass Dampfen derer ist aber weiterhin untersagt.

  3. Kai Evers sagt:

    Hallo!

    Wollen wir doch mal ehrlich sein. Ob nun PG im Liquid enthalten ist oder nicht plus alle anderen wahnsinnig gefährlichen Stoffe wie Wasser, Glycerin und Aromen (lassen wir das Nikotin was in jeder Zigarette auch enthalten ist mal weg)- woran stoßen sich die Politiker überhaupt? Dass ein Gemisch aus Aromen und Wasser uns töten kann? Wenn ich die Berichte verfolge, bekomme ich immer nur mit, dass ausgesagt wird: „Es gibt noch keine ausreichende Langzeitstudien“. Ich warte mal ab, bis der erste Politiker mit der E-Zigarette erwischt wird. Vielleicht ist es aber auch so, dass die Politiker (fast) aller Parteien gegen das E-Rauchen (Dampfen) anstinken müssen, weil ein extrem roter ungeliebter Politiker sich für die Dampfzigarette einsetzt. Und das kann auf keinen Fall geduldet werden. :P

    Kai

  4. Cat sagt:

    Ich bin ehrlich gesagt inzwischen ein wenig verunsichert. Gerne würde ich die E-Zig mit dem Liquid testen. Doch durch die Medien bekommt man es mit der Angst zu tun. Da heißt es High-Tech Droge und alle Gift-Stoffe aus China. Zeit für ernsthafte Studien!

  5. Peter sagt:

    Selbst wenn Propylenglycol schlimm wäre, wären E-Zigaretten noch lange nicht so schlimm wie normale Zigaretten… Also, who cares?

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