Ist die E-Zigarette ein Lifestyle- oder Medizinprodukt?

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Zurzeit ist die E-Zigarette gesetzlich in Deutschland noch nicht reguliert. Es besteht keine eindeutige Zuordnung dieses Produkts als Lifestyleprodukt oder als Medizinprodukt. Während eine klare Gesetzgebung noch auf sich warten lässt und es auch in naher Zukunft keine Entscheidung bezüglich des Status der E-Zigarette geben dürfte, versucht ein deutscher Hersteller von elektrischen Zigaretten diese Entscheidung zumindest teilweise selbst herbeizuführen: In Richtung der E-Zigarette als medizinisches Produkt.

E-Zigarette vielleicht bald als Medizinprodukt

Wenn sich diese Auffassung durchsetzen würde, hätte dies Vorteile und Nachteile. Einerseits sind medizinische Produkte seriöser und vertrauenswürdiger, andererseits unterliegen sie strengen Auflagen und kosten sehr viel mehr. Der Vorteil der elektronischen Zigarette als Lifestyle-Produkt hingegen ist, dass die Vielfalt des Angebots nahezu unlimitiert ist durch fehlende gesetzliche Regelungen. Außerdem bleibt der Preis gering. Damit geht aber auch ein negativer Aspekt einher, nämlich dass der Verbraucher sich nicht sicher sein kann, dass die elektrische Zigarette, oder um genauer zu sein das E-Liquid ohne Nebenwirkungen oder schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit auskommt.

Elektro-Zigarette als medizinisches Produkt seriöser

Ein bayerisches Unternehmen sieht die Vorteile der Elektro-Zigarette als medizinisches Produkt als überzeugender an. Denn die Firma hat sich um eine Pharmazentralnummer beworben. Mit dieser Nummer werden alle Arzneimittel kategorisiert nach ihren Wirkstoffen, Dosierungen etc.

Dies ist nicht gleichzusetzen mit einer Zulassung als Medikament auf dem deutschen Markt. Dennoch erleichtert so eine Pharmazentralnummer den Absatz für die bayerische Firma, da besonders Apotheken und die gesetzlichen Krankenkassen diese Pharmazentralnummern für ihre Abrechnungen verwenden. Damit sich die elektronische Zigarette als Medizinprodukt durchsetzen kann, ist es wichtig, dass diejenigen Gruppen, die den Umsatz von Medikamenten stark beeinflussen, es möglichst leicht haben, das neue Gerät an Patienten zu vermitteln. Und diese Gruppen sind nun einmal Ärzte, Apotheken und die Krankenkassen.

Kunden werden vor Billigprodukten geschützt

E-Zigarette als Medizinprodukt

Wenn die elektrische Zigarette also als Medikament angesehen werden würde, könnte sie einen höheren Status genießen im Vergleich zu einem bloßen Lifestyle-Produkt. Doch diese Seriosität hat ihren Preis: Medikamente müssen in Deutschland rigorose Standards erfüllen und verschiedene Zulassungs- und Kontrollprozesse bestehen, um zugelassen zu werden. Dies kann langwierig und teuer für einen Hersteller von einer elektrischen Zigarette sein.

Gleichzeitig wird auf diese Weise das Angebot an elektronischen Zigaretten eingeschränkt, da nicht jedes Unternehmen diesen Zulassungsprozess finanzieren kann. Der Verbraucher hingegen profitiert von Konkurrenz am Markt, da so das Preisniveau niedriger ist und es eine größere Auswahl an Produkten gibt.

Genau dies wäre ein Vorteil der Elektro-Zigarette mit dem Status eines Lifestyle-Produktes. Dann nämlich müssten die Hersteller dieser Zigaretten kaum Auflagen erfüllen und könnten ihre Produkte nahezu überall verkaufen: in Kiosken, an Tankstellen, in Supermärkten. Dadurch stiege das Angebot an E-Zigaretten und somit der Druck auf die Hersteller von elektrischen Zigaretten, mit dem Preis herunterzugehen und innovativere, bessere Produkte anzubieten.

Fazit zur Kategorisierung der elektrischen Zigarette

Insgesamt hat also sowohl die E-Zigarette als Medizinprodukt wie auch die E-Zigarette als Lifestyleprodukt ihre Vorteile und ihre Nachteile. Wer eher an dem medizinischen Nutzen der elektrischen Zigarette interessiert ist, der wird es gutheißen, dass die E-Zigarette als medizinisches Produkt bestimmte Auflagen erfüllen muss und somit ihre Wirkung und Verträglichkeit für die Gesundheit garantiert ist.

Wer eher an dem Nutzen der elektrischen Zigarette für den Lifestyle und das Image interessiert ist, der wird es besser finden, wenn sie eben nicht als medizinisches Produkt angesehen wird, sondern als Lifestyle-Produkt. Somit könnte sie frei verfügbar sein, in unzähligen Formaten, Geschmacksrichtungen und anderen Eigenschaften.

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5 Kommentare zu “Ist die E-Zigarette ein Lifestyle- oder Medizinprodukt?”

  1. E-Zigi sagt:

    Also eine Entscheidung in Richtung Life Style Produkt wäre sicher die tollste Entscheidung für uns, da die Pharma Unternehmen die Preise für die elektrischen Zigaretten und das Liquid sicher in die Höhe treiben werden.

  2. pjack sagt:

    Gibt es bereits Zusammenschlüsse der eZigarettenhändler?
    Die eZigarette OHNE Nikotin ist nie und nimmer ein Med.Produkt!!!
    Wenn diese so eingestuft wird, dann muss die herkömmliche Zigarette zuerst vom Markt!

  3. Alex sagt:

    Naja, das Problem besteht darin, dass kein Mensch die E-Zigarette ohne Nikotin verwendet, wozu auch.

  4. Anja sagt:

    Die e Zigarette sehe ich auch nicht ohne weiteres als ein Medizinprodukt. Ich selbst bin PTA und habe mit Medizinprodukten zu tun.
    Wenn man bedenkt, dass e Zigaretten auch ohne Nikotin verwendet werden können und man bei normalen Zigaretten diese Auswahl nicht hat, sollte die Zigarette zuerst verboten werden.
    Natürlich stimmt es schon, dass eine Aufklärung über die Risiken erfolgen sollte, aber ich finde auch, dass jeder Mensch selbst entscheiden sollte, was er davon hält und eventuelle Schäden und Risiken in Kauf nimmt. Aber immerhin würde man sich eher selbst schaden anstatt andere, wobei dies bei einer normalen Zigarette ja nicht so ist.
    Wenn die e Zigarette also ein Medizinprodukt werden sollte, dann sollten normale Zigaretten auch nur noch über Apotheken bezogen werden können.

    Ich rauche im Übrigen nicht und kann die Entscheidung aufgrund meiner beruflichen Erfahrung treffen.

  5. Carsten sagt:

    Ich finde wer die E Zigarette als Medizinprodukt haben will, aus Sicherheit, oder warum auch immer, der kann sie sich doch beim Apotheker holen… und wer das nicht möchte eben wo anders.

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