Britischer Nichtraucherverband für E-Zigaretten

Britischer Nichtraucherverband E-Zigaretten

Rauchen oder Nichtrauchen das ist für viele Raucher die große Frage. Dich die Frage ist oft nicht nur generell gemeint, also ob man mit dem Rauchen aufhören soll oder nicht. Die Frage zielt oft in eine andere Richtung: Darf ich hier rauchen oder nicht? Die elektronische Zigarette könnte zumindest dieses Problem lösen. Wer raucht, verfolgt dabei verschiedene Motive. Eines der wichtigsten, wenn auch nicht immer bewusst, ist das Bedürfnis des Körpers nach Nikotin. Die mit dem Nikotin und dem Zigarettenrauch im Allgemeinen verbundenen Gefahren für die Gesundheit des Rauchers sind natürlich zunächst einmal dessen grundsätzliche Entscheidung.

Da aber auch andere Menschen – vor allem Nichtraucher und Kinder – diesen schädlichen Einflüssen ungeschützt ausgesetzt werden, sind inzwischen in vielen Ländern Gesetze zum Schutz der Nichtraucher erlassen worden. Die Nichtraucher fühlen sich bestätigt und gestärkt, die Raucher fühlen sich gegängelt. Denn der Nichtraucherschutz lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Im der Öffentlichkeit wird nicht geraucht. Punkt. Was nun im Einzelnen unter „Öffentlichkeit“ zu verstehen ist, wird in den einzelnen Gesetzen näher definiert. Ein Kompromiss ist hier allerdings nicht vorgesehen.

(Fauler?) Kompromiss

Genau diesen Kompromiss versucht die Industrie aber mit der elektronischen Zigarette, kurz eZigarette, herzustellen: Dank dieser Entwicklung sollen Raucher auch in der Öffentlichkeit ihrem Bedürfnis nachgehen können, ohne dass die Nichtraucher dadurch gesundheitlichen Risiken durch Passivrauchen ausgesetzt werden.

Der Ansatz klingt vernünftig und stößt zunehmend auch auf Zuspruch, wird aber auch durchaus kontrovers diskutiert

  • So hat der britische Nichtraucherverband (!) ASH UK sich für diese eZigarette ausgesprochen, eingedenk der verbleibenden gesundheitlichen Gefahren für den Raucher durch das inhalierte Nikotin.
  • Mehr als das: Der ASH UK befürchtet sogar, dass die Nikotindosis der eZigarette zu niedrig ist für einen gestandenen Raucher, was diesen eher abhalten dürfte, auf die eZigarette umzusteigen. Diese Einschätzung wird im Übrigen auch von vielen eRauchern geteilt.
  • Der amerikanische Mütterverband der gleichen Organisation ist dagegen auch strikt gegen die eCig: Die verschiedenen Aromen, die mit den eZigaretten verwendet werden, könnten für Kinder und Jugendliche einen noch größeren Anreiz darstellen und sie so zur Nikotinsucht verführen.
  • Nicht außer Acht lassen darf man bei all dem die finanziellen Interessen der einzelnen Parteien, die entsprechend offen oder auch verdeckt Lobbyarbeit betreiben: Die Tabakindustrie sieht ihre Gewinne schrumpfen. Ähnliches gilt für die Pharmaindustrie mit ihren Nikotinpräparaten. Eine Verlagerung des Verkaufs in Apotheken würden dort die Kassen klingeln. Ein Verbot der eZigarette würde den Markt ebenfalls „bereinigen“.

E-Zigarette in Deutschland

Auch in Deutschland wird die E-Zigarette mittlerweile massiv beworben und auch verkauft, unter anderem auch von großen Supermarktketten. Ein Starterset mit fünf Aromakapseln und USB-Adapter als Ladegerät wird dabei vom Originalpreis (knapp 100 Euro) auf die Hälfte reduziert, ein 20er-Paket Aromakapseln entsprechend 240 Zigaretten kostet knapp 15 Euro. Daneben werben auch andere E-Zigaretten-Hersteller um die Gunst der Raucher. Argumente wie „echter Papierfilter“, „Made in Germany“ sollen dabei Überzeugungsarbeit leisten.

Dabei ist die Rechtslage derzeit noch nicht eindeutig. Zwar wird in politischen Kreisen die E-Zigarette, genauer das zum Verdampfen vorgesehene Liquid, zum „Arzneimittel“ erkoren, was eine quasi-Kriminalisierung von Importeuren und Händlern bedeutet. Entsprechende Razzien sind in einigen Bundesländern keine Seltenheit. De facto steht aber eine entsprechende fachgerichtliche Beurteilung noch aus.

In den Niederlanden, in denen eine ist mit Deutschland vergleichbare Gesetzgebung im Hinblick auf Arzneimittel gilt, wurde am 12.03.2012 die Zuordnung von E-Zigaretten zur Arzneimittelregelung abgeschmettert (Aktz. 414117 / KG ZA 12-209). Im föderalistischen Deutschland ist die Einstufung als Arzneimittel allerdings Ländersache – es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Länder entscheiden und ob es eine einheitliche Regelung geben wird.

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